{"id":38926,"date":"2023-03-16T08:28:29","date_gmt":"2023-03-16T07:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/archive.sosmediterranee.ch\/?post_type=press&#038;p=38926"},"modified":"2023-03-16T08:40:10","modified_gmt":"2023-03-16T07:40:10","slug":"mehr-todesfaellen-im-mittelmeer","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/archive.sosmediterranee.ch\/de\/press\/mehr-todesfaellen-im-mittelmeer\/","title":{"rendered":"Politische Entscheidungen der europ\u00e4ischen Staaten f\u00fchren zu mehr Todesf\u00e4llen im Mittelmeer"},"content":{"rendered":"<p><b><span data-contrast=\"auto\">Dreissig Menschen sind am letzten Sonntag im zentralen Mittelmeer ums Leben gekommen. Sie h\u00e4tten gerettet werden k\u00f6nnen. Ihr Tod, so wie der von \u00fcber 20\u2018000 weiteren Menschen (seit 2014), sind das Ergebnis bewusster, politischer europ\u00e4ischer Entscheidungen. SOS MEDITERRANEE fordert die dringende Wiederherstellung einer effizienten Koordinierung von Such- und Rettungsmassnahmen im Einklang mit internationalem Seerecht sowie den Einsatz von europ\u00e4ischen Rettungskapazit\u00e4ten in diesem Teil des Meeres. <\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Laut der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) kamen in nur vier Wochen 248 Menschen im zentralen Mittelmeer ums Leben<\/span><span data-contrast=\"auto\">1<\/span><span data-contrast=\"auto\">. Das Schiffsungl\u00fcck vor Cutro, Kalabrien, schockierte die Welt. \u00dcber die meisten anderen F\u00e4lle wurde wenig berichtet. Viele dieser Menschenleben h\u00e4tten gerettet werden k\u00f6nnen, wenn Such- und Rettungseins\u00e4tze im Mittelmeer effizient koordiniert worden w\u00e4ren und sich die europ\u00e4ischen Staaten nicht aus der Seenotrettung in internationalen Gew\u00e4ssern des zentralen Mittelmeers zur\u00fcckgezogen h\u00e4tten.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Seit dem Ende der italienischen Seenotrettungsoperation Mare Nostrum im Jahr 2014 und der offiziellen Zuweisung einer Such- und Rettungszone an die libyschen Seebeh\u00f6rden im Jahr 2018 hat sich die humanit\u00e4re Krise im zentralen Mittelmeer von Jahr zu Jahr zugespitzt. SOS MEDITERRANEE hat seither wiederholt Verz\u00f6gerungen oder das Fehlen einer Koordinierung von Such- und Rettungsmassnahmen erlebt. Dies f\u00fchrte im April 2021 zum Beispiel dazu, dass die Crew an Bord der Ocean Viking Zeugin eines Schiffsungl\u00fccks wurde, das bis zu 130 Menschenleben forderte. W\u00e4hrend die Crew nach dem in Seenot geratenen Schiff suchte, gab es seitens der Seefahrtbeh\u00f6rden keinerlei Koordinierung. Doch auch damals wurden keine Lehren aus dem Schiffbruch gezogen und Menschen in Seenot wurden weiterhin ihrem Schicksal \u00fcberlassen.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Immer wieder versuchen Menschen auf seeunt\u00fcchtigen und \u00fcberf\u00fcllten Booten vor Menschenrechtsverletzungen und Gewalt \u00fcber das Mittelmeer zu fliehen und m\u00fcssen dabei ihr Leben riskieren. Doch die europ\u00e4ischen Staaten reagieren auf diese humanit\u00e4re Krise mit einer t\u00f6dlichen Abschreckungspolitik. Sie haben Rettungsmittel aus der Region abgezogen und finanzieren die libysche K\u00fcstenwache, die Menschen auf See abf\u00e4ngt und in Verstoss gegen internationales Seerecht nach Libyen zur\u00fcckf\u00fchrt. Sie bilden die libysche K\u00fcstenwache auch aus. Dar\u00fcber hinaus hindern sie zivile Rettungsorganisationen an ihrer Arbeit oder kriminalisieren diese gar. <\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span data-contrast=\"auto\">Solange die europ\u00e4ischen Staaten sich weiterhin ihrer Verantwortung entziehen, werden noch mehr Menschen im zentralen Mittelmeer ertrinken. Die Wiedereinf\u00fchrung einer reaktiven und effizienten Koordinierung von Such- und Rettungseins\u00e4tzen im Einklang mit dem Seerecht ist von entscheidender Bedeutung; ebenso der dringende Einsatz von europ\u00e4ischen Rettungskapazit\u00e4ten im Mittelmeer.<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto: Camille Martin Juan \/ SOS MEDITERRANEE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreissig Menschen sind am letzten Sonntag im zentralen Mittelmeer ums Leben gekommen. Sie h\u00e4tten gerettet werden k\u00f6nnen. Ihr Tod, so wie der von \u00fcber 20\u2018000 weiteren Menschen (seit 2014), sind das Ergebnis bewusster, politischer europ\u00e4ischer Entscheidungen. 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