{"id":38325,"date":"2022-11-11T14:07:46","date_gmt":"2022-11-11T13:07:46","guid":{"rendered":"https:\/\/archive.sosmediterranee.ch\/?post_type=press&#038;p=38325"},"modified":"2022-11-11T14:08:38","modified_gmt":"2022-11-11T13:08:38","slug":"111122-2","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/archive.sosmediterranee.ch\/de\/press\/111122-2\/","title":{"rendered":"[MEDIENMITTEILUNG] Trotz aller Hindernisse wird die Ocean Viking in K\u00fcrze wieder in See stechen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach einer noch nie dagewesenen Blockade vor den Toren Europas konnte die Ocean Viking heute Morgen 230 \u00dcberlebende, darunter \u00fcber 55 Minderj\u00e4hrige, im Hafen von Toulon, Frankreich, an Land bringen. Das Rettungsschiff wird nun darauf vorbereitet, in K\u00fcrze wieder in See zu stechen. SOS MEDITERRANEE appelliert an die europ\u00e4ische Solidarit\u00e4t und eine sofortige R\u00fcckkehr zur strikten Anwendung des Seerechts im Mittelmeer. Angesichts der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf unser Budget, ist die Organisation auf starke finanzielle Unterst\u00fctzung angewiesen.\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Einige der 234 \u00dcberlebenden, die zwischen dem 22. und 26. Oktober gerettet wurden, warteten 21 Tage an Bord der Ocean Viking &#8211; einem von SOS MEDITERRANEE gecharterten und in Partnerschaft mit der Internationalen F\u00f6deration der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) betriebenen Rettungsschiff. Diese Wartezeit ist die l\u00e4ngste Blockade, die SOS MEDITERRANEE je erlebt hat. Jede zus\u00e4tzliche Stunde, jeder Tag, der auf See verbracht wird, beeintr\u00e4chtigt die physische und psychische Gesundheit der \u00dcberlebenden und gef\u00e4hrdet ihre Sicherheit sowie die der Besatzung.<\/p>\n<p>Mindestens 20.182 Frauen, Kinder und M\u00e4nner haben seit 2014 im zentralen Mittelmeer ihr Leben verloren und seit Jahresbeginn wurden bereits 1.269 Todesf\u00e4lle dokumentiert. Seit die europ\u00e4ischen Staaten Ende 2014 alle Rettungskapazit\u00e4ten eingestellt haben, ist dieser Meeresabschnitt die t\u00f6dlichste Fluchtroute der Welt. Wie in der Vergangenheit zu beobachten war, f\u00fchren Versuche, zivile Rettungsschiffe zu blockieren, nicht zu weniger Menschen, die die \u00dcberfahrt riskieren, sondern einzig zu mehr Toten.<\/p>\n<p><em>&#8222;Wir wollen sehr bald wieder in den Einsatz fahren<\/em>. <em>Trotz Hindernissen werden wir alles daran setzen, um Menschen in Seenot zu retten. Es ist unmenschlich und gegen bestehendes Seerecht, diesen Meeresabschnitt ohne die notwendigen Ressourcen f\u00fcr die Seenotrettung zu lassen.<\/em> <em>Wir stehen jedoch vor grossen finanziellen Schwierigkeiten, da die Kosten f\u00fcr unsere Eins\u00e4tze aufgrund des Krieges in der Ukraine erheblich gestiegen sind. Wir rufen nun all diejenigen zur finanziellen Unterst\u00fctzung auf, die unsere Werte teilen und zur Rettung von Menschenleben beitragen wollen: B\u00fcrger*innen, Organisationen, Institutionen, lokale Beh\u00f6rden. Bei unserer derzeitigen finanziellen Lage k\u00f6nnen wir die Nachhaltigkeit unserer Eins\u00e4tze nicht l\u00e4nger als ein paar Monate gew\u00e4hrleisten&#8220;,<\/em> sagt Caroline Abu Sa\u2019Da, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von SOS MEDITERRANEE Schweiz. Besonders der Anstieg der Treibstoffpreise, die Inflation und die Erh\u00f6hung der Geb\u00fchren unserer Dienstleister haben unser Budget f\u00fcrs Jahr 2022 um etwa eine Million Euro erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Wir appellieren an die Solidarit\u00e4t der europ\u00e4ischen Gesellschaft. Das Seerecht im zentralen Mittelmeer muss wieder geachtet und angewendet werden. Die europ\u00e4ischen Staaten d\u00fcrfen Hilferufe nicht weiter ignorieren oder, schlimmer noch, die, die ihnen zu helfen versuchen, behindern. Alle europ\u00e4ischen Staaten sollten sich mit den K\u00fcstenl\u00e4ndern solidarisch zeigen, indem sie einen vorhersehbaren und effizienten Ausschiffungsmechanismus einf\u00fchren und ein europ\u00e4isches Such- und Rettungsprogramm einrichten. Die K\u00fcstenl\u00e4nder, die am n\u00e4chsten an unseren Eins\u00e4tzen liegen, m\u00fcssen ihrerseits das internationale Seerecht einhalten und den Geretteten erlauben, so schnell wie m\u00f6glich an einem sicheren Ort von Bord zu gehen. Eine drei Wochen dauernde Blockade zulasten der Geretteten darf sich nicht wiederholen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Foto: Camille Martin Juan \/ SOS MEDITERRANEE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer noch nie dagewesenen Blockade vor den Toren Europas konnte die Ocean Viking heute Morgen 230 \u00dcberlebende, darunter \u00fcber 55 Minderj\u00e4hrige, im Hafen von Toulon, Frankreich, an Land bringen. Das Rettungsschiff wird nun darauf vorbereitet, in K\u00fcrze wieder in See zu stechen. 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