{"id":32002,"date":"2021-07-19T14:32:09","date_gmt":"2021-07-19T12:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/archive.sosmediterranee.ch\/?post_type=press&#038;p=32002"},"modified":"2022-03-02T22:28:35","modified_gmt":"2022-03-02T21:28:35","slug":"medienmitteilung-ifrc","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/archive.sosmediterranee.ch\/de\/press\/medienmitteilung-ifrc\/","title":{"rendered":"[MEDIENMITTEILUNG] IFRC startet Nothilfeaufruf (Emergency Appeal), um sich dem lebensrettenden Einsatz von SOS MEDITERRANEE anzuschliessen &#8211; Zahl der Todesf\u00e4lle im Mittelmeer steigt"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Genf\/Marseille, 19. Juli 2021 &#8211;\u00a0Die Internationale F\u00f6deration der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hat einen Aufruf zur Nothilfe gestartet, um Menschen in\u00a0Seenot\u00a0im zentralen Mittelmeer lebensrettende Hilfe zu leisten. IFRC-Teams werden sich ab August 2021 der Crew der maritimen und humanit\u00e4ren Nichtregierungs-organisation SOS MEDITERRANEE an Bord des Rettungsschiffes Ocean Viking anschliessen.\u00a0<\/strong><\/h4>\n<p>Im Mittelmeer\u00a0verlieren weiterhin Menschen regelm\u00e4ssig\u00a0ihr Leben, insbesondere auf der langen und gef\u00e4hrlichen zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Europa. In der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2021 sind bereits\u00a0mindestens 792\u00a0Menschen bei dem Versuch, Europa zu erreichen, auf dieser Route ums Leben gekommen\u00a0&#8211;\u00a0dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. [1] Die tats\u00e4chliche Zahl der Todesopfer\u00a0ist\u00a0vermutlich noch viel h\u00f6her.<\/p>\n<p>IFRC-Pr\u00e4sident Francesco Rocca: <em>&#8222;Auch mitten in der COVID-19-Pandemie und der Klimakrise ist es\u00a0unerl\u00e4sslich,\u00a0auf das\u00a0Mittelmeer zu\u00a0fahren, um Leben zu retten und die Menschenw\u00fcrde zu sch\u00fctzen. Es ist inakzeptabel, dass immer noch Menschen auf dem Meer, vor den Toren Europas, sterben.\u00a0Dies\u00a0ist ein klares Versagen der internationalen Gemeinschaft. Deshalb haben wir uns erneut entschlossen, unsere lebenswichtige Nothilfe auf das Meer\u00a0auszuweiten. Wir rufen unsere Partner*innen\u00a0und Spender*innen\u00a0auf, diese Aktion zu unterst\u00fctzen.&#8220;\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Niemand sollte gezwungen sein, sein Zuhause, seine Gemeinschaft und seine Familie wegen Armut, Gewalt, Ern\u00e4hrungsunsicherheit und anderen Auswirkungen des Klimawandels zu verlassen. Keiner sollte auf der Suche nach Sicherheit sterben. Wir sind stolz darauf, diese neue Mission zu starten, rufen aber auch die EU und ihre Mitgliedstaaten dazu auf, Such- und Rettungseins\u00e4tze\u00a0dringend zu erh\u00f6hen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das professionelle Rettungsteam von\u00a0SOS MEDITERRANEE wird ab August 2021 durch ein IFRC-Team erg\u00e4nzt. Die IFRC wird den Menschen, die sicher an Bord der Ocean Viking gebracht wurden,\u00a0nach der Rettung\u00a0Unterst\u00fctzung bieten. Hierzu geh\u00f6rt erste Hilfe, medizinische Versorgung, psychologische Betreuung, Nahrung, trockene Kleidung, Decken, Toilettenartikel und Informationen. Das IFRC-Team wird aus mindestens \u00c4rzt*innen, einer\u00a0Hebamme\u00a0und Fachleuten bestehen, die psychologische Unterst\u00fctzung leisten und denjenigen helfen, die besonders gef\u00e4hrdet sind und zus\u00e4tzlichen Schutz ben\u00f6tigen, wie zum Beispiel unbegleitete Minderj\u00e4hrige und Opfer von Menschenhandel.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die\u00a0Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung\u00a0mit\u00a0an Bord der Ocean Viking zu\u00a0haben, ist eine Ehre und ein neuer Meilenstein f\u00fcr unsere Organisation.\u00a0Das Engagement der IFRC, Menschen in Seenot durch diese Partnerschaft zu erreichen, unterstreicht die absolute Notwendigkeit, zu versuchen, Leben im zentralen Mittelmeer zu retten,&#8220; <\/em>sagt Caroline Abu\u00a0Sa&#8217;Da, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin\u00a0von SOS MEDITERRANEE Schweiz.<\/p>\n<p><em>&#8222;Unsere Partnerschaft basiert auf gemeinsamen Werten und humanit\u00e4ren Prinzipien. Zentral ist hierbei die Pflicht zur Seenotrettung, die im Seerecht und in langj\u00e4hrigen Seefahrttraditionen verankert ist &#8211; eine Verpflichtung, die in den letzten f\u00fcnf Jahren im zentralen Mittelmeer unentwegt verletzt wurde. Internationale humanit\u00e4re Organisationen wie die unsere\u00a0f\u00fcllen\u00a0die L\u00fccke, die die Staaten in der Region in der Seenotrettung hinterlassen haben. Doch das ist nicht ausreichend: Um so viele Leben wie m\u00f6glich zu retten, brauchen wir dringend eine Koalition aus europ\u00e4ischen Staaten und maritimen Akteuren, die bereit sind, rechtm\u00e4ssige und humane Rettungseins\u00e4tze\u00a0durchzuf\u00fchren.&#8220;\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die IFRC hat einen Nothilfeaufruf\u00a0in H\u00f6he von zwei Millionen Schweizer Franken gestartet, um den Einsatz zu unterst\u00fctzen. Diese lebensrettende Mission ist ein integraler Bestandteil der Pr\u00e4senz des\u00a0IFRC\u00a0zum Schutz und zur Unterst\u00fctzung der Menschen in den Herkunfts-, Transit- und Ziell\u00e4ndern in ganz Afrika, dem Nahen Osten und Europa. Als neutrale, unabh\u00e4ngige und unparteiische humanit\u00e4re Organisation bietet das globale Netzwerk des IFRC allen Menschen in Not, unabh\u00e4ngig von ihrem rechtlichen Status,\u00a0wichtige\u00a0humanit\u00e4re Hilfe.<\/p>\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/missingmigrants.iom.int\/region\/mediterranean\">IOM: Missing Migrants Project<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genf\/Marseille, 19. Juli 2021 &#8211;\u00a0Die Internationale F\u00f6deration der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hat einen Aufruf zur Nothilfe gestartet, um Menschen in\u00a0Seenot\u00a0im zentralen Mittelmeer lebensrettende Hilfe zu leisten. 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